Rundbriefe

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen
in der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im
Deutschen Anwaltverein,

vor wenigen Tagen wurde dem BMJV die Evaluation des ESUG durch Professor Sack, Professor Jacoby und Professor Madaus übergeben, wo sie nun geprüft wird. Es ist davon auszugehen, dass voraussichtlich nach der Sommerpause die Diskussion aufgenommen wird. In Brüssel sollen die Regelungen um den präventiven Restrukturierungsrahmen vor den Europawahlen im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Derweil ist eine Entwicklung bei der Steuerfreiheit von Sanierungsgewinnen nicht zu erkennen. In diesem Monat tritt die DSGVO in Kraft, die von uns allen eine Überprüfung und Anpassung der Prozesse verlangt.

Wir haben diese – und andere interessante – Themen in unserem Veranstaltungsangebot aufgenommen, auf welches wir nachfolgend hinweisen.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Rechtsanwalt Jörn Weitzmann
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung
im Deutschen Anwaltverein

Berlin, den 22.05.2018

Veranstaltungen

Die nächsten Veranstaltungen
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Deutscher Anwaltstag in Mannheim
Vortrag der ARGE zur Insolvenzverwalterhaftung mehr...

7. Europäischer Insolvenzrechtstag
Neuigkeiten im europäischen Insolvenzrecht mehr...

Nachleseseite des DIT
Erfahrungsberichte und Bilder zum 15. DIT im März 2018 mehr...

Save the date: 16. Deutscher Insolvenzrechtstag, 3. – 5. April 2019

Aktuelles

Musterinsolvenzplan Verbraucherinsolvenzverfahren
ARGE stellt Musterinsolvenzplan frei zur Verfügung mehr...

Wissenschaftspreis 2019
ARGE lobt erneut einen Wissenschaftspreis für 2019 aus! mehr...

Fortbildung und Selbstbildung

Aktuelle Entscheidung
Weitere Möglichkeit zur Fachanwaltsfortbildung in diesem Jahr. mehr...

Fortbildungsentscheidungen aus früheren Rundbriefen
Auch Entscheidungen aus früheren Rundbriefen sind noch verfügbar. mehr...

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen
in der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im
Deutschen Anwaltverein,

die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist seit Jahren stark rückläufig. Sie hat sich seit dem Jahr 2003 fast halbiert. Zuletzt wurde vor 23 Jahren eine geringere Zahl an Unternehmensinsolvenzen registriert.

Gleichzeitig ist jedoch festzustellen, dass es zahlreiche Großinsolvenzen mit erheblichen Forderungsausfällen gibt. Die Jahresabschlüsse dieser Gesellschaften weisen regelmäßig in den letzten Jahren steigende, nicht mehr durch das Eigenkapital gedeckte Verluste auf.

Die Zahl der sich um Insolvenzverwaltungen bemühenden Kollegen ist in den letzten Jahren stark angestiegen; das gilt auch für Kollegen, die insolvenznah beraten.

Einige Insolvenzrichter klagen über einen nicht mehr praktikablen Auswahlprozess und fordern eine Bundesliste.

Entwickelt sich das Insolvenzrecht zu einem "Market for Lemons"?

Im Koalitionsvertrag steht, dass die Koalition gesetzliche Rahmenbedingungen für die Berufszulassung und -ausübung von Insolvenzverwaltern regeln will, um im Interesse der Verfahrensbeteiligten eine qualifizierte und zuverlässige Wahrnehmung der Aufgaben sowie eine effektive Aufsicht zu gewährleisten.

Zeit, sich Gedanken zu machen über die Effektivität und Effizienz des Insolvenzrechts. Deshalb laden wir zur Veranstaltung am 24. April 2018 in Frankfurt ein.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Rechtsanwalt Jörn Weitzmann
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung
im Deutschen Anwaltverein

Berlin, den 4. April 2018

Veranstaltungen

Die nächsten Veranstaltungen
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Im April: Rechtspolitische Tagung
Effektivität und Effizienz des Insolvenzrechts – beteiligen Sie sich! mehr...

Save the date: 7. Europäischer Insolvenzrechtstag: 28. – 29. Juni 2018

Aktuelles

Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft
Satzungsänderung beschlossen. mehr...

Erste Bilder vom 15. DIT
Nachleseseite ist wieder eingerichtet! mehr...

Rechtliches

Bitcoins und Digitalisierung im Insolvenzverfahren
BMF-Schreiben zu Bitcoins etc. mehr...

Insolvenzrecht im Koalitionsvertrag
Die Pläne der neuen Bundesregierung. mehr...

Fortbildung und Selbststudium

Aktuelle Entscheidungen
Nutzen Sie die Möglichkeit zur Fachanwaltsfortbildung in diesem Jahr. mehr...

Fortbildungsentscheidungen aus früheren Rundbriefen
Auch Entscheidungen aus früheren Rundbriefen stehen Ihnen noch zur Verfügung. mehr...

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen
in der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im
Deutschen Anwaltverein,

nach den Erhebungen der Creditreform ging die Zahl der Insolvenzen auch im Jahr 2017 im 7. Jahr in Folge weiter zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2003. Trotzdem kann man in der Praxis nicht feststellen, dass die verspätete Antragstellung, die zu Insolvenzverschärfungen führt, zurückgegangen ist.

Der in diesen Tagen fertiggestellte Entwurf des Koalitionsvertrages enthält auch einige Ausführungen zum Insolvenzrecht. Die Aussage, dass im Insolvenzrecht der Grundsatz der Gleichbehandlung aller Gläubiger ohne Einschränkung bewahrt werden soll, lässt hoffen. Fraglich ist, ob man auch so weit geht, in der Vergangenheit begründete (faktische) Vorrechte zurückzusetzen.

OECD-Untersuchungen belegen, welche nachteiligen Auswirkungen Zombie-Unternehmen, d. h. Unternehmen, die keine Ertragskraft mehr haben, aber gleichwohl nicht aus dem Markt ausscheiden, auf die Branche, die Schaffung bzw. Sicherung von Arbeitsplätzen, die Erneuerungskraft der Unternehmen und deren allgemeinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Eine Pflicht zur Insolvenzantragstellung, die ausschließlich auf eine liquiditätsmäßige Betrachtung abstellt, verhindert keine Insolvenzvertiefung, wenn man den in der Praxis entwickelten Cocktail möglicher Liquiditätsschöpfungsmaßnahmen, von einer Spreizung der Fälligkeit zwischen Einnahmen und Ausgaben, über Factoring und Einräumung größerer Zahlungsfristen bis zur Aufnahme von (hybriden) Anleihen etc., betrachtet. Die Insolvenzanalyse zeigt, dass diese Liquidität häufig nur der Deckung eines übermäßigen Liquiditätsbedarfes bei anhaltend negativer Ertragskraft diente.

Ein effektives Insolvenzsystem schafft die erforderlichen Anreize dafür, dass sanierungsfähige Unternehmen rechtzeitig den Turnaround einleiten, ihre operative und finanzwirtschaftliche Ertragskraft zurückgewinnen oder aus dem Markt aussteigen (müssen). So wird das Entstehen von Verlusten, die von anderen zu tragen sind, verhindert; eine Belastung und/oder Infizierung öffentlicher Kassen und gesunder Unternehmen unterbleibt.

Der kommende Deutsche Insolvenzrechtstag, die bevorstehende ESUG-Evaluation, aber auch die weitere Diskussion über den präventiven Restrukturierungsrahmen, der eine zusätzliche, vom Insolvenzverfahren zeitlich und wirtschaftlich getrennte Beiordnungsmöglichkeit für Finanzverbindlichkeiten ermöglichen soll, sowie die Fragen der Effektivität und Insolvenzrecht und strukturpolitischer Maßnahmen stehen auf der Diskussionsagenda der nächsten Monate.

Insoweit darf ich Sie auf die kommenden interessanten Veranstaltungen hinweisen und hoffe auf eine rege Teilnahme.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Rechtsanwalt Jörn Weitzmann
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung
im Deutschen Anwaltverein

Berlin, den 15. Februar 2018

Veranstaltungen

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15. Deutscher Insolvenzrechtstag
Wieder ein interessantes Programm – melden Sie sich an! mehr...

Jahrestagung der Zwangsverwalter 2018
Schnittstellenthemen bieten interessante Einblicke. mehr...

Save the date: 7. Europäischer Insolvenzrechtstag: 28. – 29. Juni 2018

Aktuelles

ARGE trauert um Katrin Wedekind
Wir haben eine geschätzte Kollegin verloren! mehr...

Neues Mitglied in der Europagruppe
RA Ivo-Meinert Willrodt verstärkt die Europagruppe. mehr...

Fortbildung und Selbstbildung

Aktuelle Entscheidungen
Nutzen Sie die letzte Möglichkeit zur Fachanwaltsfortbildung in diesem Jahr. mehr...

Fortbildungsentscheidungen aus früheren Rundbriefen
Auch Entscheidungen aus früheren Rundbriefen stehen Ihnen noch zur Verfügung. mehr...

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen
in der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im
Deutschen Anwaltverein,

Wir haben mit unserer Kollegin Katrin Wedekind eine sehr gute Rechtsanwältin, eine engagierte und langjährige Mitstreiterin für die Ziele und Interessen unsere ARGE Insolvenzrecht und Sanierung und vor allen Dingen aber einen sehr herzlichen und offenen Menschen verloren. Ich bin über ihren viel zu frühen Tod bestürzt und sehr traurig.

Ich habe Katrin im September 2002 zum ersten Mal erlebt. Heinz Vallender hat auf unserer damaligen Herbstklausur in Bremen zum Thema „Der unredliche Schuldner – Versagensanträge im Schlusstermin und in der Wohlverhaltensperiode“ vorgetragen. Themen zu den Verfahren der natürlichen Personen kamen damals noch nicht besonders gut an, und der Saal leerte sich etwas. Katrin aber blieb sitzen und stellte klare, wohl überlegte und wichtige Fragen. Sie zeigte Wissen und Kompetenz. Mir war klar, dass ich sie unbedingt für unsere sich gerade in Gründung befindende Arbeitsgruppe Verbraucherinsolvenz und Restschuldbefreiung als Beisitzerin gewinnen musste, und war sehr froh, als sie zusagte.

Kaum ein knappes Jahr später auf der nächsten Herbstklausur der ARGE 2003 in Leipzig musste für den ausscheidenden Kollegen Dr. Walter ein Nachfolger für den geschäftsführenden Ausschuss gefunden werden. Uwe Kuhmann schlug Katrin vor, weil er sie als äußerst fähig kennen gelernt habe und -natürlich- wegen des norddeutschen Proporzes. Katrin stellte sich mit überzeugenden, wohl bedachten und vor allen Dingen den richtigen Worten vor und wurde mit deutlichem Ergebnis in den geschäftsführenden Ausschuss unserer ARGE gewählt. Ein schöner Erfolg für eine damals erst 36jährige Kollegin, die keine Insolvenzverwalterin war und auch nie werden wollte. Aber das konnte sie eben: Die richtigen Worte finden und diese auch gut rüberbringen.

Katrin hat die Sitzungen und die Arbeit beider Gremien auf ihre ganz besondere Art bereichert. Sie war keine Dauerrednerin, sie musste nicht zu allem etwas sagen. Aber wenn sie etwas sagte, dann wehte frischer norddeutscher Wind und machte uns munter. Sie ordnete ein, fasste zusammen, wies auf die wirklich wichtigen Dinge hin und brachte uns ein ums andere Mal wieder auf die richtige Spur. Logische Konsequenz war da, dass sie in den letzten Jahren auch stellvertretende Vorsitzende unserer ARGE war. Sie hat damit fast 15 Jahre vom November 2002 bis zum März 2017 in beiden Gremien mitgearbeitet, und ich bin ihr besonders dankbar, dass sie die Belange der Verfahren der natürlichen Personen nie aus den Augen verloren hat.

Ihre norddeutsche Art war nie kühl, sondern immer offen und herzlich. Sie konnte sehr hart arbeiten, aber genauso so gerne feiern, wie unsere zur jährlichen Tradition gewordenen Ausflüge in den Kölner Karneval belegen. Ich vermisse Katrin als Mitstreiterin, Kollegin und Freundin sehr.

Rechtsanwalt Kai Henning
Sprecher der Arbeitsgruppe Verbraucherinsolvenz
der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein

 

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Katrin Wedekind war in der Zeit meines Vorsitzes in der Arbeitsgemeinschaft stets die kluge Beraterin an meiner Seite.

Ich habe in Sitzungen oder bei der Meinungsbildung per Email-Rundlauf immer gewartet, bis Katrin sich zu Wort gemeldet hat. Damit bin ich immer gut gefahren. In jedem Gremium sollte mindestens eine so kluge Frau wie Katrin sitzen.

Sie und ihr Mann Holger sind Freunde geworden. Ich vermisse Katrin schmerzlich.

Rechtsanwalt Horst Piepenburg
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung
im Deutschen Anwaltverein von 1999 bis 2013

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Katrin war mir als Stellvertreterin in all den Jahren unserer Zusammenarbeit eine wichtige Stütze. Ihre geradlinigen Art, in der sie sagte, was sie denkt, wirklich denkt, ohne Hintergedanken, und ihr gesunder Menschenverstand, mit dem sie mich immer wieder geerdet hat, waren der Grund, warum ich ihren Rat in vielen Themen geschätzt habe. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke, professionell und vor allem menschlich.

Ich trauere.

Rechtsanwalt Dr. Martin Prager
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung
im Deutschen Anwaltverein von 2013 bis 2017

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Katrin Wedekind war von 2003-2017 Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft für Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein und deren langjährige stellvertretende Vorsitzende. Mit ihrer unnachahmlichen Art, die Souveränität und Fachkenntnis mit großer Einfühlsamkeit verband, war sie insbesondere dem Verbraucherinsolvenzrecht verbunden und wird uns dauerhaft in Erinnerung bleiben. Sie hat die Arbeitsgemeinschaft mit ihrem Einsatz von ihrem Engagement geprägt und zu ihrem Wachstum und hohen Ansehen beigetragen.

Die Arbeitsgemeinschaft trauert. Wir vermissen sie sehr und werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Rechtsanwalt Jörn Weitzmann
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung
im Deutschen Anwaltverein seit 2017

Den kompletten Nachruf finden Sie hier.